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CARSTEN 
REINHOLD 
SCHULZ
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Culturwert:Sammlung

Die Rolle und Funktion des Künstlers

Das Kunstprojekt CULTURWERT:SAMMLUNG ist 1994 in einer Phase des Innehaltens entstanden, vielleicht exemplarisch für die Produktion jener Zeit. War doch selbst die bald folgende Documenta unter Catherine David von der Thematik des Künstlerbildes durchdrungen. Das Innehalten, die „Sammlung“ wurde derzeit zu meinem adäquaten künstlerischen Standpunkt und einem nachspürbaren Kulturwert, angesichts einer unbestimmbaren und unreflektierten Bilderflut. Formen der Bildfindung sollten hinterfragt werden und neue Wege des Bildhaften gleichzeitig entwickelt werden. Die Befragung von Künstlern nach Ihrer eigenen Rolle und Funktion bot die Chance, sowohl aktuelle Präsentationsformen zu analysieren und gleichzeitig mit der Befragung neue Wege in der Kunstdarstellung zu gehen, die deutlich mehr mit überfälliger Solidarität und deutlich weniger mit systematischer Kontrolle der Kunst durch Märkte oder gesellschaftliche Fixierungen zu tun hatten.
 


Die Ausstellung im Düsseldorfer Landesmuseum für Volk und Wirtschaft (jetzt NRW Forum) bildete einen ersten Abbildungspunkt des Projektes, das von mir als durchwegs nicht-kommerzielles Projekt realisiert worden ist, ebenso wie das Buch mit 100 Künstlertexten, eine selbstproduzierte Radiosendung, eine Hör-CD, Tafel-Aktionen im Museum Kunstpalast Düsseldorf, ein interaktives Internet-Projet mit Rheinische Post online oder eine weitere Ausstellung in der Kunsthalle Baden-Baden im Rahmen von „Junge Kunst in Netzwerken“. Immer stand die Diskussion zwischen Künstlern oder zwischen Künstlern und Kuratoren im Mittelpunkt des Interesses. Etliche Gothe-Institute des Auslands, wie Brüssel, Brasilia, Lissabon, Moskau, New York, Oslo und Sao Paulo haben es möglich gemacht, daß Texte von Lawrence Weiner, Daniele Dewaele, Nikitsch-Krilitschewski, Evandro Salles, Rui Chafes, Christo und Jeanne-Claude, Paul Brand, aber auch Beiträge von Peter Weibel, Joseph Beuys (zur Verfügung gestellt von Eva-Beuys Wurms), Felix Droese, Peter Rech oder Fritz Schwegler, neben vielen auf dem Kunstmarkt nicht so bekannten Namen, gleichwertig und ohne Zensur gezeigt werden können. Es hat sich herausgestellt, das es für viele – und hier vor allem für die Kunstvermittler – eine Gefahr beinhaltet, sich in seiner Rolle oder gar einer möglichen Funktion zu hinterfragen. Mein Respekt also erneut an alle diejenigen die teilgenommen haben. Es scheint, wie es bereits Daniele Dewaele im Rahmen eines seiner Projektes formulierte, daß, wenn die Ideen der 1960er und 70er Jahre als Utopien gelabelt sind, vieles zum statischen Ausgangspunkt vergangener Künstler- und Kunstsysteme zurückgekehrt ist. Der Lissaboner Künstler Rui Chafes schreibt, daß Kunst nichts mit der Gesellschaft zu tun hätte, sondern nur mit Kunst selbst, Angst und Erinnerung. Peter Rech aus Köln schreibt wiederum: „Die Kunst ist sozial geworden, hat aber keine soziale Aufgabe mehr“. Eventuell hat sie aber eine neue soziale Stellung erhalten oder sie hat eine deutlich politischere Aufgabe.Damit hätte sie logischerweise eine Funktion, die sie kaum noch von der zielgerichteten Kunst unter totalitären Systemen unterscheiden würde. Die Frage nach der Rolle und Funktion des Künstlers hat also eine weiterhin ernstzunehmende Berechtigung. „Wenn Menschen die Achtung verlieren, entsteht das Desaster“ schreiben Christo und Jeanne-Claude für die Culturwert:Sammlung.
Kunst ist ein solches Achtungssystem. Es ist von jeder Künstlergeneration zu hinterfragen und stets neu zu bestimmen.

 

Carsten Reinhold Schulz, 2010

Auf meine Einladung hin wurde die Ausstellung von einer Performance Robert Reschkowskis, Neuss und Pietro Pellinis, Köln begleitet. Am Eröffnungsabend trat die Pop-Band EDELOBST innerhalb des musealen Kontextes auf. Während der gesamten Ausstellungsdauer war es möglich weitere Texte zur Sammlung beizusteuern. Dafür notwendige Schreibutensilien und Konzeptbögen wurden im installierten Zelt im grossen Saal des Museums auf Tischen zur Verfügung gestellt.

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Carsten Reinhold Schulz Atelier Birkenstrasse 105 40233 Düsseldorf Tel: +49 (0)211.17 17 29 36 e-mail: mail@carstenreinholdschulz.de

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